Glossar

A

AVI

AVI bedeutet Audio Video Interleave und ist ein von Microsoft definiertes Videoformat.

Ein AVI ist im eigentlichen Sinn keine Datei, sondern ein sogenannter Dateicontainer. Das bedeutet, dass in einer AVI-Datei verschiedene Video und Audiodatenströme vorhanden sein können, die wiederum mit verschiedenen Verfahren kodiert sein können.

So kann ein AVI ein völlig unkomprimiertes Video enthalten aber auch ein stark komprimiertes, verlustbehaftetes.

Zum Abspielen oder Bearbeiten auf dem PC muss auf diesem Computer der Codec installiert sein, der das im AVI vorhandene Video "versteht" und verarbeiten kann.

C

Codec

Abkürzung für Coder/Decoder. Ein Codec ist im Prinzip ein Programm, welches Daten oder Signale digital kodiert und dekodiert. So sorgt z.B. der MPEG-Codec dafür, dass der Computer MPEG-Dateien lesen bzw. abspielen oder auch erstellen kann.

Wird ein Video von ein Format in ein anderes überführt, beispielsweise von einem DV-AVI in ein MPEG2-Format, spricht man von Transcodierung.

D

DV

Der Begriff DV steht für Digital Video. Er ist der Oberbegriff für den DV-Standard, eingeführt 1994. Bekannt in desem Zuammenhang sind beispielsweise miniDV oder DV-AVI.

DV-AVI

Ein DV-AVI ist eine AVI-Datei, in der ein Video nach dem DV-Standard gespeichert ist. Siehe auch miniDV oder DV.

H

H.264

H.264 oder auch MPEG4-AVC ist die Bezeichnung für einen Codec zur hocheffizienten Videokompression. Er wurde vor allem zur Speicherung von hochauflösenden Videos (HD) auf Blu-Ray Disk oder für die Übertragung von hochauflösenden Fernsehprogrammen (HDTV) entwickelt.

HD-1080i

1080i ist ein HD-Format und bezeichnet die Auflösung von 1080x1920 Pixel (Full-HD). Das "i" steht für Interlaced also dem Zeilensprungverfahren.

HD-1080p

1080p ist ein HD-Format und bezeichnet die Auflösung von 1080x1920 Pixel (Full-HD). Das "p" steht für Progressive also dem Vollbildverfahren.

HD-720p

720p ist ein HD-Format und beschreibt eine Bildschirmauflösung von 720x1280 Pixel. Das "p" steht für Progressive also dem Vollbildverfahren.

Die Fernsehanstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks senden in diesem Format.

I

Interlace

der Begriff Interlace bezeichnet das Zeilensprungvefahren bei der Darstellung von bewegten Bildern auf Fernsehgeräten.

Im Gegensatz dazu steht das progressive Verfahren auch Vollbildverfahren genannt.

M

MiniDV

miniDV-Kassetten dienen zur Aufzeichnug von digitalem Video. Das Format beinhaltet bei PAL eine Auflösung von 720x576 Bildpunkten interlaced. Die Kompressionsrate ist ungefähr 10:1, sodass bei einer Stunde Video ca. 13 Gigabyte an Daten anfallen.

miniDV-Kassetten eignen sich sehr gut als Sicherung von Videos, aus denen DVDs erstellt werden sollen.

MOV

Ein von Apple entwickelter Dateicontainer ähnlich dem AVI von Microsoft. In einer MOV-Datei kann z.B. ein DV-MOV Video gespeichert werden, welches im Wesentlichen dem DV-AVI entspricht.

MPEG

MPEG steht für Movie Pictures Experts Group und definiert verschiedene Standards zur Video- und Audiokompression. Der im Zusammenhang mit der Erstellung von Videos in Fernsehqualität am bekannteste Begriff ist wohl MPEG2.

MPEG2 ist ein Endformat, welches beispielsweise zur Erstellung von DVDs oder für Fernsehübertragungen verwendet wird. Auch für Blu-Ray Disks ist MPEG2 geeignet.

Dieses Format ist relativ stark komprimiert, nur beispielsweise jedes 9. oder 12. Bild ist ein Vollbild. Die dazwischen liegenden Bilder beschreiben lediglich die Veränderung von einem Vollbild zum nächsten.

Für die Nachbearbeitung von Videos ist MPEG2 daher nicht besonders gut geeignet.

O

Overscan

Als Overscan bezeichnet man einen Bereich an den Rändern eines Videobildes, der auf dem Fernseher nicht dargestellt wird. Insbesondere Röhrenmonitore weisen an den Rändern Verzerrungen auf, die durch eine Maskierung abgedeckt werden um eine sauberen, geraden Abschluss zu erzeugen.

Bei modernen digitalen Flachbildschirmen wäre ein solcher Overscan eigentlich nicht nötig, dennoch wird auch hier das Videobild um etwa 5 % vergrößert, womit der Rand des Videobildes um diesen Wert abgeschnitten wird. Der dadurch erzeugte Verlust an Auflösung ist allerdings nicht oder kaum sichtbar.

Auch Super 8 oder andere Schmalfilme wurden z.B. in den Projektoren maskiert um Objektivungenauigkeiten an den Rändern zu kaschieren. Wir verwenden bei der Digitalisierung keinerlei Maskierungen, sodass immer das volle Bild erfasst wird. Bedingt durch den Overscan der Fernsehgeräte oder Beamer entspricht deren sichtbares Bild aber dadurch in etwa dem, was früher bei der Projektion auf der Leinwand zu sehen war.

R

RGB 24

RGB 24 ist die Bezeichnung für einen Farbraum, der durch die Mischung der 3 Grundfarben Rot, Grün und Blau entsteht. Jedes Pixel ist mit 24 Bit kodiert. Jedem Farbkanal (Rot, Grün und Blau) sind 8 Bits pro Pixel (BPP) zugeordnet. 

S

SD-576i

576i steht für eine Bildschirmauflösung von 720x576 Bildpunkten interlaced also kodiert nach dem Zeilensprungverfahren. SD bedeutet in diesem Zusammenhang "Standard Definition" im Gegensatz zu HD (hight definition). Alle Fernseher, auch ältere Röhrenfernseher, beherrschen dieses Format.

Oft wird hier auch von PAL-Auflösung gesprochen, was allerdings streng genommen nicht ganz richtig ist, da PAL keine Bildschirmauflösung sondern ein analoges Farbkodierverfahren beschreibt.

Video-DVDs sind immer im 576i Verfahren kodiert.

V

Videokompression

Um ein digitales Video auf einer DVD oder einer Blu-Ray Disk zu speichern, muss die Datenrate des Videos verringert werden, damit es auf eines dieser Medien gespeichert werden kann. Unkomprimierte Videos haben je nach Laufzeit eine Größe, die oft mehrere hundert GigaByte an Speichervolumen in Anspruch nehmen. Je nach Codec, der für die Videokompression verantwortlich ist, lassen sich die Videos um den Faktor 5 - 200 verkleinern. Bekannte Codecs zur Videokompression sind z.B. MPEG2, H.264 oder auch der DV-Codec.

Vollbildverfahren

Beim Vollbildverfahren, auch Progressives Verfahren genannt, wird der Fernseher im Gegensatz zum Zeilensprungverfahren nicht mit zwei aufeinander folgenden Halbbildern sondern mit echten Vollbildern gespeist. Dadurch wirkt das Bild ruhiger und schärfer. Das vom Zeilensprungverfahren bekannte Flimmern wird vollständig eliminiert.

Das Vollbildverfahren kommt erst bei modernen Flachbildschirmen zum Einsatz. Röhrenfernseher beherrschen dieses Verfahren nicht.

Z

Zeilensprungverfahren

Ein Fernsehbild besteht je nach Auflösung aus einer unterschiedlichen Zahl an Bildschirmzeilen. Beim herkömmlichen PAL Bild in SD-Auflösung sind dies 576 Zeilen, bei HD-Fernsehern bis zu 1080.

Beim Zeilensprungverfahren werden nicht alle Zeilen auf einmal aufgebaut, sondern zunächst alle ungeraden und erst danach die geraden Zeilen. Das Bild besteht somit aus zwei nacheinander aufgebauten Halbbildern. Nachteil ist ein oft nicht unerhebliches Bildflimmern.

In der Fernsehtechnik wurde dieses Verfahren entwickelt, um Bandbreite einzusparen, da herkömmliche Röhrenfernseher für den kompletten Aufbau eines Bildes zu langsam waren.

Erst mit der Einführung moderner Flachbildschirme konnte auf das Zeilensprungverfahren verzichtet werden. Dennoch schließt auch der HD-Standard nach wie vor das Zeilensprungverfahren ein.

Video-DVDs sind durch die Norm bedingt immer im Zeilensprungverfahren kodiert.